Wichtige Punkte bei einem Vergleich der Tarife für die private Krankenversicherung

Aufgrund der großen Anzahl an Tarifen ist ein Vergleich durchaus empfehlenswert. Nur so lassen sich schnell und zuverlässig Preise und Leistungen gegenüberstellen. Einige Aspekte sind bei einem Vergleich besonders wichtig und sollten auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Welche Faktoren den Beitrag beeinflussen

Versichertenkarte mit EuroBevor die Entscheidung für einen Tarif einer privaten Krankenversicherung fällt, sollte über die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung nachgedacht werden. Im Falle einer Behandlung muss zwar die Selbstbeteiligung aus eigener Tasche bezahlt werden.
Allerdings kann der Beitrag durch den Einschluss einer Selbstbeteiligung teils deutlich reduziert werden. Einige Tarife honorieren die Nicht-Inanspruchnahme der Versicherung sogar mit einer Beitragsrückerstattung. Je nach Beruf sehen einige Versicherer spezielle Tarife vor.
Dies ist etwa bei Angestellten, Selbständigen, Beamten und Studenten der Fall. Wer unter Beruf Beamte/r oder Student/in angibt, kommt oftmals in den Genuss preiswerter Tarife. Neben dem Beruf spielt auch das Geschlecht im Zusammenhang mit der Beitragshöhe eine entscheidende Rolle. Hierbei müssen Frauen für denselben Schutz mehr bezahlen, da sie statistisch gesehen öfter und länger ärztliche Leistungen als das männliche Geschlecht in Anspruch nehmen.

Mindestleistungsumfang

Tarife vergleichen macht mit Blick auf die eine und andere Leistung durchaus Sinn. Weil die gesetzliche Krankenkasse nur eine Grundversorgung vorsieht und Patienten dadurch viel Geld aus eigener Tasche bezahlen müssen, sollten folgende Punkte bei der Suche nach einem geeigneten Tarif berücksichtigt werden:

– Arzthonorare: Diese werden in einigen sehr preiswerten Tarifen lediglich bis zum 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung (GOÄ) übernommen. Einige erstatten sogar noch weniger. Zwar rechnen die niedergelassenen Ärzte in aller Regel nach dem 2,3-fachen Satz ab. Verlangen dürfen sie jedoch bis zum 3,5-fachen Satz. Deckt ein Tarif die Aufwendungen des Zahnarztes lediglich bis zum 1,8-fachen Satz ab, muss der Patient nahezu die Hälfte der Rechnung selber bezahlen. Demnach sollte der Tarif zwingend eine Kostenübernahme bis zum 3,5-fachen Satz vorsehen, oder 100 Prozent abdecken.

– Zahnarzthonorare: Hier ist es sehr ähnlich. Nicht selten beteiligt sich der Versicherer lediglich mit dem 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) oder gar nur mit dem 2,0-fachen Satz an den Kosten für Zahnersatz. Der Patient muss das darüber liegende Honorar dann selbst bezahlen. Denn Zahnärzte rechnen den 3,5-fachen Satz im Gegensatz zu Ärzten viel häufiger ab.

– Entschädigungsgrenzen für Zähne: Die Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlungen sind in einigen Tarifen nur bis zu einer bestimmten Summe im Jahr begrenzt, beispielsweise auf 1.000 oder 1.500 Euro. Fallen die Zahnarztrechnungen im Laufe des Jahres höher aus, was gerade im Falle von Zahnersatzmaßnahmen nicht selten der Fall ist, muss der Patient selbst für den Differenzbetrag aufkommen.
Auch ist zu überprüfen, auf welchen Betrag sich der prozentuale Erstattungssatz bezieht: Erfolgt die Abrechnung auf der Grundlage einer eventuellen Leistung der gesetzlichen Krankenkasse oder aus dem Differenzbetrag des Rechnungsbetrags und der Kassenleistung.
Ein Tarif, der nach Vorleistung der Krankenkasse 90% der Rechnung übernimmt, leistet in aller Regel mehr, als wenn lediglich eine Verdoppelung des GKV-Zuschusses vorgesehen ist. Neben Zahnersatz sollte der Tarif auch Leistungen im Bereich der Zahnbehandlung (z.B. professionelle Zahnreinigung) vorsehen. Weil zudem die meisten Versicherer in den ersten Jahren die Leistung für Zahnersatz und Zahnbehandlung auf bestimmte Höchstbeträge deckeln, sollten auch diese sogenannten Zahnstaffeln verglichen werden.

– Psychotherapie: Eine große Anzahl preiswerter Tarife sieht unabhängig vom Geschlecht keine Erstattung für ambulante Psychotherapie vor. Einige kommen nicht einmal für stationäre Psychotherapie auf. Damit müsste der Patient etwa für Behandlungen im Zusammenhang mit Angststörungen, Burnout oder Depressionen selbst aufkommen. Eine Therapie erweist sich in vielen Fällen als sehr hilfreich, kann sich jedoch auf etliche Jahre erstrecken und viele tausend Euro kosten.

– Hilfsmittel: Eine Erstattung für Prothesen, Rollstühle oder Hörgeräte ist nicht in allen Tarifen vorgesehen. Solche Hilfsmittel können jedoch richtig ins Geld gehen.

– Heilmittel: Nicht alle Tarife beteiligen sich an den Kosten für Massagen, Logopädie oder Krankengymnastik. Doch gerade nach einem Schlaganfall oder Unfall können solche Behandlungen sehr langwierig und damit teuer werden. Auch bei dieser Leistung macht es Sinn, die Tarife zu vergleichen.

Tarife vergleichen und sparen

Um eine leistungsstarke und preiswerte Versicherung zu finden, macht es vorab Sinn, die Tarife zu vergleichen. Denn mit einem Vergleich lassen sich die Deckungslücken schnell ausfindig machen. Außerdem ist schnell ersichtlich, wie hoch etwaige Risikoaufschläge für einen bestimmten Beruf oder Geschlecht ausfallen. Ferner kann die bevorzugte Höhe der Selbstbeteiligung gewählt werden. Der Vergleich ist kostenlos und völlig unverbindlich.

Bild: Setareh – Fotolia