Wie kann ein Wechsel in die private Krankenversicherung erfolgen?

Aufgrund des umfangreicheren Leistungsspektrums tragen sich viele Menschen mit dem Gedanken, in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Wer einen Wechsel in die PKV anstrebt, sollte dabei jedoch einige Dinge beachten. Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die private Krankenversicherung nicht für alle offen steht.

Wer kann in eine private Krankenversicherung wechseln?

Jederzeit in eine PKV wechseln können Selbstständige, Freiberufler oder Beamte. Bei Angestellten ist ein Wechsel nur dann möglich, wenn das Einkommen für volle 12 Monate oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Studenten können sich innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn für die restliche Studienzeit von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen.
Doch selbst wenn der Versicherte alle Bedingungen erfüllt, ist die Aufnahme noch nicht sicher. Denn die Assekuranzen führen vor der Annahme des Vertrags eine Gesundheitsprüfung durch. Hierbei wird zum Einen der aktuelle Gesundheitszustand überprüft und zum Zweiten auch die bestehenden Vorerkrankungen durchleuchtet. Die privaten Krankenversicherer können auf diese Weise das finanzielle Risiko eines Versicherten besser einschätzen.
Je nach Gesundheitszustand kann die Versicherung einen Zuschlag erheben oder die Aufnahme auch komplett ablehnen. Eine Annahmepflicht gilt lediglich für den Basistarif, den mittlerweile jede PKV anbieten muss.

Kündigung der bestehenden Krankenversicherung

Wer alle Bedingungen erfüllt und zu einer privaten Krankenversicherung wechseln möchte, muss die Mitgliedschaft bei seiner Krankenkasse kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate und beginnt mit dem Monat, in dem die Kündigung ausgesprochen wurde. Die Krankenkasse muss dem Versicherten innerhalb von zwei Wochen eine Kündigungsbestätigung zukommen lassen.
Damit die Kündigung auch tatsächlich wirksam wird, muss der Versicherte den Abschluss einer privaten Krankenversicherung innerhalb der Kündigungsfrist nachweisen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben, damit niemand plötzlich ohne Krankenversicherung dasteht. Die Kündigungsbestätigung der gesetzlichen Krankenversicherung wird zusammen mit dem Aufnahmeantrag an die private Krankenversicherung gesendet. Ohne diese darf die PKV keine Mitgliedsbescheinigung ausstellen.
Um den Wechsel abzuschließen, muss die Mitgliedsbescheinigung dann noch beim Arbeitgeber vorgelegt werden.
Unser Ratgeber dazu: Versicherte sollten bei einem Wechsel auf mögliche Wartezeiten achten. Neben einer allgemeinen Wartezeit von drei Monaten gibt es für einige Leistungen noch spezielle Wartezeiten von bis zu acht Monaten. Genauere Angaben finden sich in den Bedingungen des Versicherers.

Wechsel zur privaten Krankenversicherung will gut überlegt sein

Eine Kündigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung sollte genau überlegt werden. Dabei sollten alle Vorteile und Nachteile genau abgewägt werden. So gibt es bei den privaten Krankenversicherern beispielsweise keine kostenlose Mitversicherung der Familienmitglieder. Für junge und gesunde Menschen ist die Entscheidung für eine private Krankenversicherung jedoch fast immer mit deutlichen Vorteilen verbunden.